NEURA Robotics knackt die Milliarden-Grenze: €1 Mrd. Funding, €4 Mrd. Bewertung
NEURA Robotics hat eine Finanzierungsrunde abgeschlossen, die alles bisherige in der europäischen Robotik in den Schatten stellt. Rund eine Milliarde Euro, Bewertung bei etwa vier Milliarden. Unter den Investoren: Tether Holdings, der Stablecoin-Herausgeber, der offenbar in physische KI diversifiziert.
Für ein Unternehmen, das erst 2019 gegründet wurde und seinen Sitz im schwäbischen Metzingen hat, sind das Zahlen, die man normalerweise aus dem Silicon Valley oder Shenzhen hört.
Von 120 Millionen auf eine Milliarde
Noch im Januar 2025 meldete NEURA eine Series B über 120 Millionen Euro. Lingotto Investment Management und BlueCrest Capital führten damals, dazu kam der Volvo Cars Tech Fund. Ein Jahr später ist das Volumen fast verzehnfacht. Das ist kein normaler Wachstumspfad, das ist ein Sprung in eine völlig andere Kategorie.
Was zwischen den Runden passiert ist, erklärt die Dynamik. NEURA hat Partnerschaften mit Bosch und Schaeffler geschlossen. Auf der CES 2026 den 4NE1 Gen 3.5 im Porsche-Design gezeigt. Den Auftragsbestand auf eine Milliarde Euro hochgetrieben, mit Kunden wie Kawasaki Heavy Industries und Omron. Und das Neuraverse-Ökosystem vorgestellt, das kollektives Lernen über Roboterflotten ermöglichen soll.
Das alles zusammen hat den Marktwert nach oben geschoben. Vier Milliarden Euro Bewertung macht NEURA zu einem der wertvollsten Robotik-Unternehmen Europas. Weltweit spielen nur wenige Startups in dieser Liga.
Tether als Investor
Der auffälligste Name in der Runde ist Tether Holdings. Bekannt als Herausgeber des USDT-Stablecoins, nicht als Robotik-Investor. Tether hat in den letzten Jahren allerdings begonnen, in Technologieunternehmen jenseits von Krypto zu investieren. Ob das eine strategische Wette auf Physical AI ist oder schlicht Diversifikation von Krypto-Gewinnen, lässt sich von außen schwer beurteilen.
Für NEURA ist es ein Signal an den Markt: Das Unternehmen zieht nicht nur klassische Industrieinvestoren an, sondern auch Tech-Kapital aus völlig anderen Branchen.
Was NEURA mit dem Geld vorhat
Das Kapital soll in drei Bereiche fließen. Erstens die Weiterentwicklung der Humanoiden, insbesondere des 4NE1 und der kompakteren Varianten für Forschung und Bildung. Zweitens der Aufbau des Neuraverse-Ökosystems, also der Plattform, auf der Roboter Skills teilen, lernen und Entwickler eigene Anwendungen bauen können. Drittens die Skalierung der Produktion.
David Reger, Gründer und CEO, hat immer betont, dass die Hardware nur die halbe Miete ist. Die andere Hälfte sind Daten und Software. Die Bosch-Partnerschaft, bei der Mitarbeiter in 300 Fabriken Sensor-Suits tragen sollen, ist seine Antwort auf das Datenproblem. Mit einer Milliarde Euro im Rücken kann er diese Vision jetzt deutlich schneller umsetzen.
Europas Antwort auf den globalen Robotik-Wettlauf
Die Runde ist auch ein Statement für den Standort Europa. Während die USA mit Tesla Optimus, Figure AI und Apptronik vorangehen und China mit über 140 Herstellern und 330 Modellen den Markt flutet, hatte Europa bisher keinen Spieler, der finanziell auf Augenhöhe war.
Das ändert sich jetzt. NEURA hat mit Bosch, Schaeffler und Porsche Design drei deutsche Industriegrößen als Partner. Dazu NVIDIA als Technologiepartner. Und jetzt eine Kriegskasse, die es erlaubt, in Serie zu gehen und international zu expandieren.
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