Es gibt inzwischen dutzende Startups, die Humanoiden für den Haushalt entwickeln. Die meisten fokussieren sich auf Aufgaben: Wäsche falten, Geschirr einräumen, Böden wischen. Zeroth Robotics aus Suzhou geht einen anderen Weg. Ihr Fokus liegt auf emotionaler Intelligenz. Der Roboter soll nicht nur helfen, sondern verstehen.
Das Lineup: Jupiter und M1
Auf der CES 2026 hat Zeroth sein komplettes Portfolio vorgestellt. Fünf Roboter insgesamt, aber zwei stechen heraus.
Jupiter ist der große Bruder. Ein 1,65 Meter hoher Humanoid mit dem typischen Astronauten-Look in Weiß. Er kann teleoperiert werden oder autonom agieren, ist für Training, Simulation und Service-Aufgaben gedacht. Der Preis liegt bei 89.999 Dollar, Auslieferung ab April 2026. Das ist Premium-Territorium, vergleichbar mit Boston Dynamics oder NEURA Robotics.

M1 ist das eigentliche Consumer-Produkt. Ein Mini-Humanoid von etwa 38 Zentimetern, der auf dem Tisch oder Regal steht. Kein Arbeitstier, sondern ein Companion. Er erinnert an Termine, erkennt Stürze, führt Gespräche. 2.899 Dollar, Pre-Orders in Q1 2026.

Dazu kommen W1 (ein Rad-Roboter für leichte kommerzielle Aufgaben) und A1 (ein Quadruped für Entwickler).
Zeroth Soul: Emotionen als Feature
Das interessanteste ist nicht die Hardware, sondern das “Zeroth Soul”-Modell. Es ist ein Interaktionssystem mit Langzeit- und Kurzzeitgedächtnis. Der Roboter soll die Gewohnheiten der Haushaltsmitglieder lernen, ihre Stimmungen erkennen und entsprechend reagieren.
Zeroth beschreibt auch konkrete Use Cases wie Altenpflege, wo der Roboter merkt, wenn sich das Verhalten eines Seniors ändert. Kinderbetreuung, bei der M1 als interaktiver Spielpartner fungiert und Pet-Monitoring, falls der Hund alleine ist.
Unter der Haube läuft Googles Gemini als Sprach-KI, was die Konversationsfähigkeiten erklärt. Die emotionale Komponente ist Zeroths eigene Entwicklung.
Zeroth World: Training ohne Karte
Jupiter nutzt eine eigene Trainingsumgebung namens “Zeroth World” und ein World-Model-basiertes Deep-Learning-Framework. Der Roboter braucht keine vorher kartierte Wohnung, sondern lernt durch Erfahrung und passt sich an neue Umgebungen an.
Das ist derselbe Trend, den wir bei 1X mit dem World Model für Neo sehen. Statt expliziter Programmierung für jede Situation lernen die Roboter abstrakte Muster, die sie auf neue Kontexte übertragen können. Zeroth betont, dass Jupiter sein Verhalten durch akkumulierte Erfahrung kontinuierlich verfeinert.
XONOID Fazit
Zeroth positioniert sich smart. Statt mit Boston Dynamics oder Tesla um industrielle Anwendungen zu konkurrieren, zielen sie direkt auf den Heimmarkt. Und innerhalb des Markts für Haushaltsroboter setzen sie auf Emotionen statt Aufgaben. Mit dem Fokus auf Pflege und Emotion sind sie übrigens nicht allein. Fourier verfolgt mit dem GR-3 einen ähnlichen Ansatz.
Die Altenpflege ist ein Markt mit echtem Bedarf und zahlungskräftigen Kunden. Wenn M1 tatsächlich Verhaltensänderungen bei Senioren erkennt und Angehörige informiert, ist das mehr wert als ein Roboter, der Socken sortiert.
Quellen
