XPeng-CEO He Xiaopeng hat am 19. Januar 2026 einen Meilenstein verkündet: Der erste ET1-Humanoide ist vom Band gelaufen. Das Unternehmen bezeichnet den Prototypen als „nach Automotive-Standards entwickelt” und will bis Ende des Jahres in die Massenproduktion einsteigen.
Was der ET1 können soll
Der ET1 basiert auf dem Iron-Humanoiden, den XPeng im November 2025 auf dem AI Day vorgestellt hatte. Die technischen Eckdaten klingen ambitioniert. Eine humanoide Wirbelsäule soll natürlichere Bewegungen ermöglichen, bionische Muskeln mehr Kraft und Geschmeidigkeit liefern. Das Gesicht besteht aus einem gekrümmten 3D-Display, die Hände haben 22 Freiheitsgrade.
Unter der Haube arbeitet XPengs zweite Generation des VLA-Modells (Vision-Language-Action) zusammen mit hauseigenen Turing-AI-Chips. Ob die Performance in der Praxis hält, was die Specs versprechen, bleibt abzuwarten. XPeng war bisher bei technischen Details eher zurückhaltend.
Automotive-DNA als Wettbewerbsvorteil
XPeng ist ein chinesischer E-Auto-Hersteller, der seit Jahren an autonomem Fahren arbeitet. Die Überlappung zur Robotik ist offensichtlich: Computer Vision, KI-Stacks, Sensorik. Der CEO betont explizit, dass der ET1 nach „Automotive-Grade-Standards” gefertigt wird. Das bedeutet härtere Qualitätsanforderungen als in der klassischen Robotik.
Ob das auch zu besseren Robotern führt, ist eine andere Frage. Aber es zeigt: XPeng behandelt den ET1 nicht als Spielerei, sondern als Produktlinie mit industriellem Anspruch.
Das Rennen wird schneller
Mit der ET1-Ankündigung reiht sich XPeng in eine wachsende Liste chinesischer Hersteller ein, die 2026 als das Jahr der Humanoid-Massenproduktion sehen. UBTECH meldet 1.000 Einheiten Walker S2. Agibot hatte bereits 2025 über 5.000 Stück produziert. Unitree verkauft den G1 für unter 20.000 Dollar.
XPeng kommt spät, aber mit einem Vorteil: Sie haben Erfahrung mit Massenproduktion komplexer Hardware. Ob das reicht, um gegen die etablierten Robotik-Firmen zu bestehen, wird sich zeigen. Der erste Fokus liegt auf „kommerziellen Service-Anwendungen”, was auch immer das konkret bedeutet.
XONOID Fazit
Der ET1 ist interessant, weil XPeng aus einer anderen Richtung kommt. Die meisten Humanoid-Startups kämpfen mit Fertigungsproblemen, wenn sie skalieren wollen. XPeng hat diese Infrastruktur bereits.
Skeptisch macht mich allerdings, dass die Details noch fehlen. „Automotive-Grade” klingt gut, aber was genau wurde getestet? Welche Aufgaben kann der ET1 autonom bewältigen? Wie viel stammt aus dem Iron-Prototypen, wie viel ist neu?
XPeng gibt viel auf Optik und wenig auf Demos. Das war schon bei der Iron-Vorstellung so. Bis ich echte Einsätze sehe, bleibe ich vorsichtig optimistisch. Aber wenn sie liefern, könnte der ET1 einer der ernstzunehmenden Player werden.
Quelle
Xpeng auf X
