Ein Jahr nach der Gründung hat X Square Robot (自变量机器人) eine der größten Finanzierungsrunden im Embodied-AI-Segment abgeschlossen. 140 Millionen Dollar, Series A++. Mit dabei: ByteDance (TikTok-Mutter), HSG (ehemals Sequoia Capital China) und ein ganzer Schwung chinesischer Staatsfonds.
Wer investiert?
Die Investorenliste liest sich wie ein Who’s Who der chinesischen Tech-Finanzierung. ByteDance ist erstmals bei einem Humanoid-Startup eingestiegen. HSG, die umbenannte China-Tochter von Sequoia, führt die Runde mit an. Dazu kommen staatliche Investoren wie der Beijing Information Industry Development Investment Fund, Shenzhen Capital Group, Nanshan SEI Investment und Wuxi Capital Group.
Das ist nicht nur viel Geld, sondern auch ein Signal. Für Shenzhen Capital ist es das erste Investment aus einem neu aufgelegten AI-Fonds. Und X Square Robot ist jetzt das einzige chinesische Embodied-AI-Startup, das von allen drei großen Internet-Giganten finanziert wird. Alibaba und Meituan waren schon in früheren Runden dabei, jetzt kommt ByteDance dazu.
Insgesamt hat X Square Robot damit rund 2 Milliarden Yuan (etwa 280 Millionen Dollar) eingesammelt. Für ein Unternehmen, das erst im Dezember 2023 gegründet wurde, ist das beachtlich.
Was baut X Square Robot?
Das Startup fokussiert sich auf End-to-End Embodied AI. Keine klassische Robotik mit handkodierten Bewegungsabläufen, sondern KI-Modelle, die direkt von Sensordaten zu Aktionen kommen. Der Ansatz ist ähnlich wie bei 1X oder Figure, nur eben aus China.
Ihr Kernprodukt ist WALL-A, ein Vision-Language-Action-Modell, das World Models integriert. Der Roboter soll sich vorstellen können, wie eine Aktion aussehen würde, bevor er sie ausführt. Dazu haben sie WALL-OSS als Open-Source-Modell veröffentlicht, was in der chinesischen Robotik-Szene Aufmerksamkeit erregt hat.
Auf der Hardware-Seite gibt es zwei Modelle: Quanta X1, einen mobilen Zweiarm-Roboter auf Rädern, und Quanta X2, einen vollständigen Humanoid auf Rädern. Dazu kommt ArtiXon, eine Roboterhand mit hoher Fingerfertigkeit.

Was macht X Square Robot anders?
Mich interessiert der Fokus auf “Closed-Loop Iteration”. X Square Robot betont, dass sie Hardware, Datensammlung und Modelltraining als integriertes System entwickeln. Das klingt erstmal wie jeder andere Robotik-Pitch, aber der Unterschied liegt im Detail. Sie haben eigene Roboter in echten Einsatzumgebungen, die kontinuierlich Learning-Daten generieren.
XONOID Fazit
140 Millionen Dollar für ein 13 Monate altes Startup ist selbst für chinesische Verhältnisse ambitioniert. Aber die Investorenliste zeigt, dass hier echtes Commitment dahintersteckt. ByteDance hat Zugang zu massiven Compute-Ressourcen und Video-Daten, HSG bringt Erfahrung mit Hardware-Startups.
Ob X Square Robot zu den Gewinnern der chinesischen Humanoid-Welle gehören wird, ist offen. Der Markt ist überfüllt. Omdia zählt über 150 Unternehmen in China, die an Humanoiden arbeiten. Nicht alle werden überleben aber X Square Robot hat jetzt zumindest das Kapital, um im Rennen zu bleiben.
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