Mein jüngeres Ich war sich sicher. Bis ich erwachsen bin, habe ich meinen eigenen C-3PO der mit folgt, kluge oder sogar bestenfalls super nervige und sarkastische Sprüche von sich gibt und mir beim Aufräumen hilft.
Die Realität lieferte aber zunächst einen Saugroboter. Eine Plastikscheibe, die zuverlässig unter dem Regal stecken bleibt und für die wir vorher die Socken aus dem Weg räumen müssen.
Das Star Wars Problem
Ich liebe Star Wars und jedes Mal wenn ich einen Droiden sehe denke ich mir: So sollten Roboter sein.
C-3PO läuft, redet, hat Meinungen, beschwert sich ständig aber kriegt trotzdem alles hin. R2 ist im Grunde ein rollender Werkzeug-Allrounder mit Persönlichkeit, und irgendwie reicht das um ihn lebendig wirken zu lassen. Das sind Begleiter mit Charakter, keine Haushaltsgeräte.
Ich ging also davon aus, dass es in diese Richtung gehen wird. Humanoide Roboter die mit dir reden, im Haushalt helfen, einem vielleicht auf charmante Art auf die Nerven gehen. Stattdessen gab uns die Industrie smarte Staubsauger und Rasenmäher.
Staubsauger und Mäh-Roboter sind super, keine Frage. Und meistens funktionieren sie auch. Es ist nur nicht das, was ich mir für die heutige Zeit vorgestellt hatte.
Sci-Fi zeigte uns Roboter die in unser Leben passen wie Menschen. Sie gingen durch dieselben Räume, öffneten Türen, stiegen Treppen, hoben Sachen auf. Die Annahme war, dass Roboter sich unserer Welt anpassen würden.
Die Realität lief andersrum. Wir passen unsere Welt den Robotern an.
Was sich ändern wird
Die neue Generation von Robotern kriegt es vielleicht endlich hin.
Videos von NEO oder Figure die rumlaufen, mit Objekten interagieren und Aufgaben lernen – das sieht anders aus. Das sieht nach der Sci-Fi-Version aus die ich mir damals erträumt habe. Firmen bauen Roboter die sich in menschlichen Räumen bewegen und menschliche Tools benutzen können.
Die andere Möglichkeit
Vielleicht war das Bild von George Lucas auch einfach falsch. C-3PO war humanoid, weil ein Schauspieler in den Anzug passen musste. R2-D2 rollte, weil das 1977 die einzige machbare Lösung für ein Filmset war. Viele dieser Designs waren praktische Entscheidungen der Requisitenabteilung, keine technologischen Prophezeiungen. Es ist gut möglich, dass der perfekte Heimroboter am Ende gar nicht aussieht wie ein Mensch. Vielleicht ist die humanoide Form nur ein nostalgischer Umweg.
Wo wir stehen
Solangsam kommen wir aber dahin, wo es meiner Meinung nach hingehen soll. Firmen versuchen zum ersten Mal ernsthaft, diese Begleiter-Lücke zu schließen. Ob sie damit Erfolg haben oder ob wir am Ende feststellen, dass ein Roboter in der Küche doch unheimlicher ist als gedacht? Abwarten. Aber die Zeit der Saugroboter als Höhepunkt der Heimautomation ist definitiv vorbei und ich freue mich darauf!
