Unitree hat seinen G1-Humanoiden in die Region Altay in Xinjiang geschickt, wo die Temperaturen auf bis zu minus 47,4 Grad Celsius fielen. Der 1,27 Meter große und 35 Kilogramm schwere Roboter absolvierte über 130.000 Schritte autonom durch Schnee und Eis, ohne menschliches Eingreifen. Am Ende hat er mit seinen Spuren ein olympisches Logo in den Schnee gezeichnet.
Der G1 lief nicht einfach im Serienzustand los. Unitree hat ihn mit einer Thermojacke ausgestattet, die Batterie isoliert, die Gelenke zusätzlich geschützt und die Software angepasst. Für die Navigation nutzte der Roboter Chinas Beidou-Satellitensystem mit einer Positionsgenauigkeit von etwa zehn Zentimetern.
Diese Anpassungen klingen pragmatisch, sind aber technisch anspruchsvoll. Bei minus 47 Grad verhalten sich Schmiermittel anders, Batterien verlieren drastisch an Kapazität, und Sensoren können ausfallen. Dass der G1 unter diesen Bedingungen Balance halten und autonom navigieren konnte, ist mehr als ein PR-Stunt.
Timing mit Spring Festival Gala
Der Kältetest fällt zeitlich zusammen mit Unitrees bestätigtem dritten Auftritt bei der chinesischen Spring Festival Gala am 16. Februar 2026. Neben Unitree werden auch MagicLab, Noetix Robotics und Galbot mit ihren Humanoiden dabei sein. Es ist ein Schaufenster, das in China Hunderte Millionen Zuschauer erreicht.
Unitree hat 2025 insgesamt über 5.500 Einheiten seiner Humanoiden ausgeliefert. Die Kombination aus massentauglicher Produktion und Extremtests zeigt den Anspruch, nicht nur Labor-Prototypen zu bauen.
XONOID Fazit
Extreme Kältetests sind in der Autoindustrie Standard, bei Humanoiden bisher die Ausnahme. Dass Unitree den G1 bei fast minus 50 Grad laufen lässt, ist ein Signal an potenzielle Industriekunden: Der Roboter funktioniert nicht nur im klimatisierten Showroom.
Natürlich kann man fragen, wie realistisch der Einsatz bei solchen Temperaturen im Alltag ist. Die Antwort liegt wahrscheinlich weniger im Extremfall als in der Robustheit bei moderater Kälte. Wer bei minus 47 Grad funktioniert, wird bei minus 10 Grad keine Probleme haben. Und Logistik-Kaltlager oder Outdoor-Einsätze in nordischen Ländern sind reale Szenarien.
Mich beeindruckt die Beidou-Navigation. Zehn Zentimeter Genauigkeit im offenen Gelände ohne GPS-Ergänzung ist für einen autonomen Humanoiden ein brauchbarer Wert. Zusammen mit den über 5.500 ausgelieferten Einheiten zeigt Unitree, dass sie nicht mehr in der Prototyp-Phase stecken.
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