Tesla steht offenbar kurz davor, den nächsten Schritt mit Optimus zu gehen. Ein heute veröffentlichter Post auf X listet sieben chinesische Unternehmen als Tier-1-Zulieferer für die Massenproduktion des Tesla Optimus v3. Die Bestellung bei Sanhua Intelligent Controls, einem der genannten Zulieferer, war bereits Ende 2025 durch chinesische Medien bekannt geworden. Die übrigen sechs Firmen und die genannten Stückzahlen sind bislang nicht unabhängig bestätigt aber mehrere dieser Unternehmen sind bereits seit Jahren Teil der Tesla-Automobil-Supply-Chain.
GOOD NEWS 🇨🇳 The mass production audit for Tesla's Optimus v3 has been completed, and seven Chinese companies have been finalized as core suppliers 🦾
— Ming (@tslaming) 2. Januar 2026
Operating as Tier 1 partners, these firms will manufacture critical components and support key assembly processes 🤖
This… pic.twitter.com/h4fWxNq4o0
Der Produktionsstart soll im ersten Quartal 2026 erfolgen. Als internes Ziel kursieren 50.000 bis 100.000 Einheiten bis Ende 2026. Eine Größenordnung, die alle anderen Humanoid-Programme deutlich übertrifft. Noch ist nichts offiziell bestätigt. Aber die Signale sind ungewöhnlich konkret.
Beim aktuellen Stand geht es konkret um Optimus v3, die dritte Generation von Teslas humanoidem Roboter. Laut dem Post auf X.com soll das sogenannte Mass-Production-Audit bereits abgeschlossen sein. Offiziell bestätigt ist das nicht, aber allein die Tatsache, dass dieser Begriff überhaupt fällt, ist bemerkenswert: Er markiert den Übergang von Prototypenbau zu Serienfertigung.
Der geplante Produktionsstart liegt im ersten Quartal 2026. Tesla selbst hat dazu bisher keine Stellung genommen, doch mehrere Zulieferer sollen bereits auf Lieferbeginn vorbereitet sein. Für das Jahr 2026 kursieren Zielzahlen zwischen 50.000 und 100.000 Einheiten – eine Größenordnung, die es in der humanoiden Robotik bislang nicht gibt.
Produziert werden soll Optimus v3 nicht mit einem breit gestreuten Zuliefernetz, sondern über sieben chinesische Tier-1-Partner. Das ist ein entscheidender Punkt. Tier-1 bedeutet direkte Lieferbeziehung, Verantwortung für komplette Baugruppen und häufig auch für Teile der Montage. Tesla lagert damit keine Randkomponenten aus, sondern überträgt zentrale Verantwortung an erfahrene Industriepartner.
Zusammen genommen ergibt das ein klares Bild. Optimus v3 wird nicht mehr als Entwicklungsplattform behandelt, sondern als Produkt, das in Serie gehen soll. Der Fokus liegt auf Fertigungstiefe, Lieferkettenstabilität und Skalierbarkeit und nicht mehr auf Demonstrationen oder Machbarkeitsstudien.
Ob Tesla diese ambitionierten Ziele tatsächlich erreicht, bleibt offen. Aber allein die Struktur, in der Optimus v3 jetzt gedacht wird, unterscheidet sich fundamental von fast allen anderen Humanoid-Programmen am Markt.
Die sieben Kernzulieferer
Nach aktuellen Berichten arbeitet Tesla für Optimus v3 mit folgenden Unternehmen:
| Firma | Name (CN) | Fokus |
|---|---|---|
| Lens Technology | 蓝思科技 | Glas, Gehäuse, optische Komponenten |
| Sanhua Intelligent Controls | 三花智控 | Thermomanagement, Aktuatoren |
| Ningbo Tuopu Group | 拓普集团 | Struktur- & Chassis-Komponenten |
| Everwin Precision | 长盈精密 | Präzisionsteile, Metallgehäuse |
| Wolong Electric Drive | 卧龙电驱 | Elektromotoren, Antriebssysteme |
| Wuzhou Xinchun Group | 五洲新春 | Präzisions- & Wälzlager |
| Hengli Hydraulic | 恒立液压 | Hydraulik- & Aktuatorik-Systeme |
Alle genannten Firmen gelten als Tier-1-Lieferanten, liefern also direkt an Tesla und übernehmen nicht nur Einzelteile, sondern auch komplexe Fertigungsprozesse.
Was diese Liste verrät
Die Auswahl der Zulieferer ist mehr als eine technische Fußnote. Sie zeigt ziemlich klar, wo Tesla die eigentlichen Engpässe bei humanoiden Robotern sieht und was für Optimus wirklich zählt.
Es geht nicht um KI-Demos oder spektakuläre Bewegungen. Es geht um Motoren, Lager, Aktuatoren, Strukturteile. Um Komponenten, die im Dauerbetrieb funktionieren müssen. Wolong und Sanhua stehen für Thermomanagement und Aktuatoren, die nicht nur beweglich, sondern vor allem haltbar sind. Wuzhou Xinchun liefert Präzisionslager, ohne die feinfühlige und gleichzeitig belastbare Gelenke schlicht nicht möglich sind. Tuopu und Everwin sorgen für den Spagat zwischen Stabilität und Leichtbau, während Lens Technology das äußere Erscheinungsbild bzw. das Gehäuse und optische Komponenten übernimmt. Hengli wiederum deutet darauf hin, dass Tesla auch bei Kraftübertragung und Aktuatorik auf industrielle Lösungen setzt, nicht auf Experimente.
Warum China?
Die Entscheidung für China wirkt weniger politisch, als viele sie lesen wollen. Sie ist vor allem pragmatisch.
China ist aktuell der einzige Ort, an dem sich humanoide Roboter in fünfstelligen Stückzahlen pro Jahr realistisch fertigen lassen. Nicht in der Theorie, sondern in der Praxis. Die Kostenstruktur liegt deutlich unter westlichen Alternativen, oft um 30 bis 50 Prozent. Noch wichtiger ist, dass viele der Zulieferer bereits seit Jahren mit Tesla im Automobilbereich zusammenarbeiten. Prozesse, Qualitätsstandards und Kommunikationswege sind eingespielt.
Hinzu kommt der industrielle Cluster-Effekt. Motoren, Lager, Präzisionsteile und Gehäusekomponenten entstehen dort nicht isoliert, sondern in räumlicher Nähe zueinander. Das reduziert Reibung, beschleunigt Iterationen und macht Skalierung erst möglich.
Tesla folgt hier exakt dem Muster der Gigafactory Shanghai. Was dort beim Model 3 und Model Y funktioniert hat, soll nun auf Optimus übertragen werden. Der Roboter scheint denselben Weg zu gehen wie das Auto. Nur eben in humanoider Form.
Quelle
@tslaming auf X