Am 20. Dezember 2025 stand ein Tesla Optimus auf einem Berliner Weihnachtsmarkt und verteilte Popcorn. Eine Woche zuvor machte Optimus seinen UK-Auftritt in London. Ebenfalls mit Popcorn.
Das Internet diskutiert seitdem, ob das beeindruckend ist oder einfach nur Marketing. Beides stimmt sicherlich ein Stück weit.
Was ist passiert?
Tesla zeigt Optimus seit Monaten stolz bei öffentlichen Events. Die Aktion in Berlin war jedoch die bislang sichtbarste in Deutschland.
Optimus stand an einem Stand, griff Popcorn-Tüten und reichte sie an Besucher weiter. Keine Glasvitrinen, keine Sicherheitsabsperrung wie bei früheren Demos. Die Menschen davor haben es sich nicht nehmen lassen das Geschehen zu filmen und tatsächlich, die Videos wirken flüssig.
Optimus bewegt sich ruhiger als frühere Versionen. Die Greifbewegungen sehen kontrollierter aus. Die Hände wirken weniger wie Werkzeuge, mehr wie Hände.
Der größere Kontext
Die Weihnachtsmarkt-Aktion kam nicht isoliert. Tesla hat in den letzten Monaten mehrere Optimus-Demos gezeigt:
| Event | Was gezeigt wurde |
|---|---|
| NeurIPS 2025 (San Diego) | Neue Optimus-Hand mit 22 Freiheitsgraden allein in den Fingern |
| November 2025 | Optimus Gen 3 mit stabilem Laufen, bis zu 3 m/s |
| Dezember 2025 | Gen-2.5-Demo mit deutlich verbesserter Geschicklichkeit |
Die Entwicklung ist sichtbar. Nicht explosionsartig, aber kontinuierlich.
Wird hier geschummelt?
Bei einer Demo in Miami gab es einen Moment, der hängen blieb. Der Tesla Optimus pausierte mitten in der Aktion, stieß Wasserflaschen um und machte eine Bewegung, die aussah wie das Abnehmen eines VR-Headsets.
Das reichte, um die alte Debatte wieder rauszukramen:
Wird Optimus wirklich autonom gesteuert oder sitzt irgendwo ein Mensch?
Elon Musk sagt, Optimus sei vollständig KI-gesteuert. Keine Teleoperation. Die Realität liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Viele Robotik-Firmen nutzen hybride Systeme. Autonom, solange alles klappt. Menschliche Hilfe, wenn es mal hakt. Daran ist nichts verwerflich. Teleoperation ist weitestgehend der Standard.
Die Frage ist weniger, ob eingegriffen wird, sondern wie oft.
Die geplanten Produktionszahlen
Tesla spricht inzwischen offen über Stückzahlen:
| Jahr | Ziel |
|---|---|
| 2025 | 10.000–12.000 Einheiten für interne Nutzung in Tesla-Fabriken |
| 2026 | Rund 50.000 Einheiten |
| Langfristig | Massenproduktion unter 30.000 Dollar |
Optimus soll zuerst intern eingesetzt werden. In Fabriken, nicht in Wohnzimmern. Kontrollierte Umgebung, klar definierte Aufgaben. Das ist vernünftig. Und ehrlich gesagt der einzige Weg, wie das funktionieren kann.
Meine Einschätzung
Popcorn schmeckt. Aber Popcorn, ausgegeben von einem Roboter auf einem Weihnachtsmarkt ist ein PR-Stunt. Keine Diskussion. Tesla wollte Aufmerksamkeit und hat sie bekommen.
Gleichzeitig wäre es aber falsch, das als reine Show abzutun. Die Bewegungen sind sichtbar besser geworden. Die Hände bewegen sich deutlich komplexer. Auch das Laufen wirkt stabiler als noch vor einem Jahr.
Die Technik ist real. Die Anwendung ist noch sehr begrenzt. Die eigentliche Frage ist nicht, ob Optimus Popcorn verteilen kann. Die Frage ist, wann er einen Tisch abräumt, ohne dass jemand den Babysitter spielen muss oder wann er eine Küche aufräumt, statt eine Demo-Booth zu bespielen.
Teslas Timeline sagt: erste Verkäufe ab 2026, Haushalte vielleicht ab 2027. Ich glaube das erst, wenn ich es sehe.
