Zwei Humanoide stehen in einem Lager. Einer arbeitet, der andere wechselt ihm die Batterie und das ohne Fernsteuerung oder menschliche Intervention.
Das ist keine Demo von Boston Dynamics oder Figure AI sondern Mentee Robotics aus Israel, ein Startup das gerade für 900 Millionen Dollar an Mobileye verkauft wurde.
MenteeBot V3 lernt durch Beobachtung. Eine einzige menschliche Demonstration reicht und das System nimmt das Video, überträgt es in eine Simulation und wiederholt die Aufgabe dort millionenfach. Anschließend werden die gelernten Fähigkeiten dann auf den echten Roboter übertragen.
Der Ansatz heißt “real2sim2real“. Andere Firmen sammeln tausende Stunden Trainingsdaten in der echten Welt oder lassen Menschen Roboter fernsteuern. Mentee hingegen macht aus einer Demo tausende Trainingsdurchläufe, virtuell statt real. Das Ergebnis ist Few-Shot Learning für physische Aufgaben. Der Roboter braucht keine wochenlangen Trainingssessions für neue Skills. Er schaut zu, trainiert virtuell… und kann es dann irgendwann.
Die Hardware
MenteeBot V3 ist 175 cm groß, wiegt 70 kg und kann 25 kg tragen. Angetrieben wird er von zwei NVIDIA Jetson Orin AGX Prozessoren. Fünf Kameras liefern 360-Grad-Sicht, 31 Gelenke ermöglichen menschenähnliche Bewegung.
Interessant ist das Energiekonzept, dass einen 24/7 Betrieb ermöglicht. Hot-Swap-Batterien mit drei Stunden Laufzeit – Akkuwechsel im laufenden Betrieb, durchgeführt von einem anderen MenteeBot. Damit reiht sich Mentee in einen Trend ein. UBTECH’s Walker S2 kann seinen Akku selbst tauschen, Boston Dynamics’ neuer Atlas ebenfalls.
Die Mobileye-Akquisition
Am 6. Januar 2026 gab Mobileye bekannt, Mentee Robotics für etwa 900 Millionen Dollar zu übernehmen. Der Deal soll im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
Mobileye ist bekannt für autonomes Fahren. Ihr EyeQ-Chip steckt in Millionen von Autos. Der Gründer von Mentee, Amnon Shashua, hat auch Mobileye mitgegründet. Die Akquisition bringt also das Team wieder zusammen.
Das Batterie-Wechsel-Video zeigt zwei Dinge gleichzeitig: Autonomie und Zusammenarbeit zwischen Robotern in der Industrie. Wenn Humanoide wirklich skalieren sollen, müssen sie irgendwann ohne menschliche Aufsicht funktionieren. Ein Roboter, der seinen Kollegen auflädt, ist ein Schritt in diese Richtung.
Few-Shot Learning ist das eigentliche Versprechen. Wenn eine Demo wirklich reicht, sinken die Kosten für neue Anwendungen drastisch. Bisher ist das Training von Robotern für neue Aufgaben teuer und zeitaufwändig. Mentee behauptet jedoch, das gelöst zu haben.
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