Die Robotik-Branche diskutiert gerade intensiv über “Agentic AI“. LimX Dynamics hat auf der CES 2026 gezeigt, was das für Humanoide bedeuten könnte. Ihr “COSA” (Cognitive OS of Agents) ist ein tief integriertes, “Physical-World-Native” Betriebssystem für den eigenen Roboter Oli. Es soll Kognition und Bewegung so eng verzahnen, wie es bisher kein anderes System kann.
Was ist COSA?
Der zentrale Anspruch von COSA ist die Verschmelzung von Kognition und Motorik in Echtzeit. LimX nennt das “Big Brain” meets “Little Brain”. Das große Gehirn ist für Logik, Planung und Sprachverständnis zuständig. Das kleine Gehirn kontrolliert die Ganzkörperbewegung.
COSA ist darauf ausgelegt, dass beides gleichzeitig passiert. Der Roboter denkt nicht erst und bewegt sich dann, sondern er denkt und handelt simultan in der physischen Welt. Daher der Name “Physical-World-Native”.
Die Drei-Schichten-Architektur
COSA basiert auf drei Ebenen aber ein Feature sticht heraus: Long Horizon Task Execution. Oli kann längere Aufgabenketten autonom abarbeiten, ohne dass ein Mensch jeden Schritt einzeln anstoßen muss. Das unterscheidet ihn von vielen Wettbewerbern, deren Demos oft nur kurze, isolierte Aktionen zeigen.
1. Kognitive Schicht: Hier laufen große Sprachmodelle (LLMs) On-Board, die natürliche Sprache verarbeiten, Aufgaben zerlegen und Pläne erstellen.
2. Semantisches Gedächtnis: Der Roboter baut eine “Weltanschauung” auf. Er erkennt Personen wieder, erinnert sich an frühere Interaktionen und kann proaktiv handeln.
3. Ganzkörper-Steuerung: Die unterste Ebene sorgt für stabile, flüssige Bewegungen, auch bei komplexen Aktionen wie Treppensteigen während der Handhabung von Objekten.
Der Roboter: Oli
Oli ist der Humanoid, für den COSA entwickelt wurde. Mit 165 cm Höhe und 31 aktiven Freiheitsgraden (DoF) ist er ein Full-Size-Humanoid, aber vergleichsweise kompakt. Das Gewicht liegt unter 55 kg.
Die Hardware ist modular: Entwickler können verschiedene End-Effektoren anschließen, von einfachen Zwei-Finger-Greifern bis hin zu dexteralen Fünf-Finger-Händen. Als Recheneinheit dient ein NVIDIA Orin AGX mit 275 TOPS und 64 GB RAM, der im Rucksack sitzt.
Oli unterstützt Simulatoren wie NVIDIA Isaac Sim und MuJoCo mit einem “Zero-Gap” URDF, was Sim2Real-Workflows beschleunigen soll. Für Entwickler ist das ein großes Plus.

