Die meisten humanoiden Roboter bewegen sich in der “Light-Load-Zone”. Sie können Kaffeetassen greifen, Wäsche falten, vielleicht einen Karton tragen. Galbot geht einen anderen Weg. Der neue S1 ist für schwere Lasten gebaut, mit einer Dual-Arm-Kapazität von 50 Kilogramm.
Der Galbot S1 füllt eine Lücke, die bisher kaum adressiert wurde. Während Tesla Optimus und Figure 03 auf Präzision und Vielseitigkeit setzen, zielt der S1 auf rohe Tragkraft in industriellen Umgebungen.
50 Kilogramm klingen nach wenig, wenn man an Gabelstapler denkt. Aber für einen Humanoiden ist das enorm. Es bedeutet, dass der Roboter schwere Metallteile, Motorblöcke oder gefüllte Kisten handhaben kann. Aufgaben, für die bisher menschliche Muskelkraft nötig war.
Voll autonom, keine Fernsteuerung
Der S1 arbeitet komplett autonom. Keine Teleoperation, keine Remote-Piloten im Hintergrund. Das unterscheidet ihn von vielen Demo-Robotern, die beeindruckend aussehen, aber heimlich von Menschen gesteuert werden.
Galbot nutzt dafür ein eigenes “Embodied Transport Model“, das in-house entwickelt wurde. Das Unternehmen hatte bereits im Dezember 2025 über 300 Millionen Dollar eingesammelt und betont seitdem, dass es keine Abhängigkeit von externen KI-Anbietern gibt. Datasets, Foundation Models, Hardware, alles kommt aus einer Hand.
Der S1 ist kein Prototyp für Messen. Laut Galbot arbeiten die Roboter bereits auf echten Produktionslinien. Sie übernehmen hochintensive, kontinuierliche Aufgaben, die normalerweise menschliche Arbeitskraft erfordern.
Das Video zeigt den Roboter beim koordinierten Dual-Arm-Transport schwerer Metallteile. Die chinesische Beschriftung im Video lautet “双臂协同搬运” (Dual-Arm Collaborative Handling). Das ist keine Demo-Aufgabe, sondern Fabrik-Realität.
Die Konkurrenz formiert sich
Galbot ist nicht allein in der 50-Kilogramm-Klasse. Lumos und Damon Technology arbeiten ebenfalls an Heavy-Duty-Humanoiden mit vergleichbarer Payload. Das deutet auf einen breiteren Trend hin: Die Industrie verlangt nach Robotern, die mehr können als leichte Montagearbeiten.
Der Shift ist fundamental. AGVs (Automated Guided Vehicles) bewegen Dinge von A nach B. Humanoide wie der S1 können Dinge aufnehmen, manipulieren und präzise platzieren. Das erfordert Hand-Auge-Fuß-Koordination, weil der mechanische Stress mit jedem Bewegungsschritt wächst.
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