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    Editorial

    Der erste Roboter im Haushalt wird kein Diener sein

    Steffen WansorSteffen WansorFebruar 17, 20265 Minuten Lesezeit
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    Jedes Mal wenn ein neuer Humanoid vorgestellt wird, taucht dieselbe Fantasie auf: Ein Roboter, der morgens Kaffee kocht, mittags die Wohnung putzt und abends das Essen serviert. Diese Vorstellung ist nicht nur unrealistisch. Sie verhindert, dass wir verstehen, was tatsächlich kommt.

    Wer den ersten echten Haushaltsroboter erkennen will, darf nicht nach oben schauen

    Der erste echte Haushaltsroboter wird keine Cocktails mixen. Er wird Wäsche aus der Maschine holen. Oder dreckiges Geschirr in die Spülmaschine räumen. Oder den Müll rausbringen. Aufgaben, die niemand gerne macht, die keiner filmt und die trotzdem jeden Tag anfallen.

    Das klingt unspektakulär. Aber genau darin liegt der Punkt. Die Aufgaben, die ein Roboter zuerst übernehmen wird, sind nicht die glamourösen – sondern die repetitiven, körperlichen, langweiligen. Aufräumen statt Kochen. Tragen statt Planen. Die Drecksarbeit, im wörtlichen Sinn.

    Warum der Butler-Traum so hartnäckig ist

    Die Idee vom Roboter-Diener sitzt tief. Sie kommt aus Jahrzehnten Science-Fiction, aus Marketing-Videos und aus einer grundlegenden Fehleinschätzung: Wir halten die Aufgaben für einfach, die wir einfach finden.

    Kaffee kochen wirkt trivial? Für einen Roboter bedeutet es: Schrank öffnen, Tasse greifen (welche Tasse? wo steht sie?), Maschine bedienen (welcher Typ? wieviel Wasser?), Milch einschätzen (wieviel? welche Temperatur?), abstellen ohne zu kleckern. Jeder einzelne Schritt ein Minenfeld aus Varianz.

    Ein Mensch macht das im Halbschlaf. Ein Roboter braucht dafür Dutzende Sensoren, ein trainiertes Greifmodell, Kontextverständnis und die Fähigkeit, mit Überraschungen umzugehen. Was, wenn die Tasse nass ist? Was, wenn die Milch leer ist? Was, wenn ein Kind im Weg steht?

    Armstrong Robotics hat zweieinhalb Jahre nur daran gearbeitet, dreckiges Geschirr in Restaurants zu erkennen. Nicht zu spülen, sondern zu erkennen. Transparente Gläser, spiegelnde Teller, eingetrocknetes Eigelb. 30 Sensoren und Millionen Trainingsbilder, bevor der erste Teller bewegt wurde.

    Was die Industrie uns schon zeigt

    Wer genau hinschaut, sieht die Zukunft bereits. Und sie sieht anders aus als erwartet.

    Figure AI hat mit dem Figure 03 einen Humanoid gezeigt, der Geschirr in die Spülmaschine räumt und Wäsche faltet. Nicht auf einer Bühne, sondern in einer Küche. Die Aufgaben wirken banal, aber genau das ist der Punkt. Figure hat verstanden, dass der Markt nicht nach Showeinlagen fragt, sondern nach Zuverlässigkeit bei Alltagsaufgaben.

    Unitree hat mit dem G1 ein virales Video produziert, in dem der 35-Kilo-Roboter durch eine Wohnung läuft und aufräumt. Beeindruckend, aber mit offenen Fragen: War das ferngesteuert? Geschnitten? Reproduzierbar? Die Demo zeigt das Versprechen, nicht den Alltag.

    Und dann ist da Armstrong Robotics, die vielleicht ehrlichste Geschichte in der Branche. Ihr Roboter spült Geschirr. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, seit über 18 Monaten in echten Restaurants. Ohne Aufsicht. Mit 12 verschiedenen Fingertypen, die monatlich ausgetauscht werden. Nicht elegant, aber es funktioniert. Und die Kunden bestellen nach.

    Armstrong zeigt, was der erste Schritt in den Haushalt wirklich bedeutet: nicht alles können, sondern eine Sache richtig.

    Zwischen Labor und Wohnzimmer liegt ein Ozean

    Die größte Hürde für Haushaltsroboter ist nicht die Hardware. Es ist die Umgebung.

    Eine Fabrik ist kontrolliert. Die Teile liegen immer gleich, die Beleuchtung ist konstant, der Boden eben. Ein Wohnzimmer ist das Gegenteil. Kinderspielzeug auf dem Boden, die Katze auf der Arbeitsfläche, ein nasses Handtuch über dem Stuhl. Jeder Haushalt ist anders, und derselbe Haushalt ist morgen anders als heute.

    Dazu kommt ein Problem, das selten angesprochen wird: Privatsphäre. Ein Roboter, der autonom durch die Wohnung navigiert, braucht Kameras und Sensoren. Er sieht alles. Wer ist bereit, das zu akzeptieren? Und wer entscheidet, was mit den Daten passiert?

    Apple hat das verstanden. Ihr Projekt J595 ist bewusst kein Humanoid, sondern ein Display auf einem robotischen Arm. Keine Beine, keine Hände, keine Autonomie im Raum. Stattdessen: ein Smart-Home-Hub, der dem Nutzer folgt. Apple baut nicht den Roboter, den Science-Fiction verspricht. Sie bauen den, den Leute kaufen werden.

    Die erste Aufgabe wird langweilig sein – und das ist gut so

    Wenn ich raten müsste, welche Aufgabe der erste massentaugliche Haushaltsroboter übernimmt, wäre meine Liste kurz:

    Wäsche aus der Maschine holen und falten. Geschirr von der Arbeitsfläche in die Spülmaschine räumen. Böden wischen, die nicht perfekt eben sind. Einkaufstüten vom Flur in die Küche tragen. Müll rausbringen.

    Keine dieser Aufgaben taugt für ein virales Video. Aber jede davon spart 15 bis 30 Minuten am Tag. Hochgerechnet auf eine Woche sind das Stunden, die niemand vermisst.

    Der Trick ist: Diese Aufgaben sind gerade noch machbar. Sie erfordern Greifen, Tragen, einfache Navigation – aber kein komplexes Kontextverständnis. Ein Roboter muss nicht verstehen, warum die Wäsche schmutzig ist. Er muss sie nur von A nach B bringen.

    XONOID Fazit

    Der erste Roboter im Haushalt wird kein Diener sein. Er wird ein Helfer sein, und zwar für genau die Aufgaben, die wir am liebsten abgeben würden, weil sie stumpf und repetitiv sind.

    Mich stört der Butler-Mythos, weil er den Blick verstellt. Wer auf Rosie wartet, übersieht die Maschine, die gerade lernt, Teller zu sortieren. Armstrong macht es in Restaurants vor, Figure zeigt es in der Küche, und selbst Apple umgeht den Humanoid-Hype komplett mit einem smarten Arm auf dem Tisch.

    Der Weg vom Geschirrspüler zum Allzweck-Roboter wird lang. Vielleicht zehn Jahre, vielleicht fünfzehn. Aber er beginnt nicht mit einem Roboter, der alles kann. Er beginnt mit einem, der eine Sache richtig macht, und dann die nächste lernt. Wer 1X oder Figure beobachtet, sieht genau diesen Ansatz: Daten sammeln, eine Aufgabe meistern, erweitern.

    Ich finde das ehrlicher als jedes Demo-Video. Und ehrlich gesagt auch spannender. Denn die Frage ist nicht, ob ein Roboter irgendwann den perfekten Espresso macht. Die Frage ist, ob er morgen verlässlich den Müll rausbringt. Und daran wird gerade gearbeitet.

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    Steffen Wansor

      Sci-Fi hat mich früh geprägt. Nicht als Spektakel, sondern als Idee vom Alltag mit Maschinen. Auf XONOID schreibe ich über Heimroboter, KI und die leise Zukunft dazwischen.

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