Am 9. Februar 2026 hat EngineAI in Shenzhen die „Ultimate Robot Knockout Legend” gestartet – kurz URKL. Es ist die weltweit erste kommerzialisierte Free-Combat-Liga, in der ausschließlich humanoide Roboter gegeneinander kämpfen. Was nach Sci-Fi klingt, ist jetzt Realität.
Alle Teams kämpfen mit dem gleichen Roboter: dem EngineAI T800. 1,73 Meter groß, 75 Kilogramm schwer, 29 Freiheitsgrade plus 7 pro Hand. EngineAI stellt die Hardware kostenlos zur Verfügung. Der entscheidende Unterschied liegt in der Software. Jedes Team entwickelt eigene Kampfalgorithmen, eigene Balancesysteme, eigene KI-Entscheidungslogik.
Die Regeln sind simpel: Jede Runde dauert fünf Minuten, Best-of-Three. Wer nach einem Knockdown nicht innerhalb von zehn Sekunden selbständig aufsteht, hat verloren. Ein technischer K.O. tritt ein, wenn ein Roboter zweimal menschliche Hilfe braucht. Batteriewechsel sind nur zwischen den Runden erlaubt, nicht mittendrin.
16 Teams haben sich qualifiziert – Universitäten, Forschungsinstitute und Unternehmen aus aller Welt. Die Saison läuft bis Dezember 2026.
Was der T800 kann

Der T800 wurde im Dezember 2025 vorgestellt und ist für Explosivität gebaut. 450 Newtonmeter maximales Gelenkdrehmoment am Knie, mehr als doppelt so viel wie bei den meisten Humanoiden. In der URKL zeigt sich, wofür diese Kraft gedacht ist: 360-Grad-Drehsprünge, Seitkicks und schnelle Richtungswechsel, die an Kampfsport erinnern.
Das Chassis besteht aus Luftfahrt-Aluminium, die Festkörper-Lithium-Batterie hält bis zu vier Stunden Hochintensitätsbetrieb durch. Ein multimodales Sensorsystem mit 360-Grad-LiDAR und Stereokameras liefert die Orientierung im Ring.
10 Millionen Yuan für den Meister
Der Anreiz stimmt: Der Gewinner erhält einen goldenen Meisterschaftsgürtel im Wert von 10 Millionen Yuan, umgerechnet rund 1,4 Millionen Dollar. Das ist kein Forschungspreis und kein symbolischer Pokal. EngineAI setzt bewusst auf Showeffekte, die an Boxliga-Traditionen erinnern.
XONOID Fazit
Im Dezember hatte ich mich noch gefragt, wer einen Humanoiden mit 450 Newtonmetern Knie-Drehmoment kaufen will. Die URKL ist jetzt eine überraschend gute Antwort. EngineAI hat sich selbst eine Anwendung gebaut, die perfekt zum Roboter passt – und gleichzeitig ein Testfeld für die gesamte Branche geschaffen.
Die Idee, allen Teams identische Hardware zu geben und nur die Software variieren zu lassen, finde ich klug. Es isoliert die wirklich schweren Probleme: Wie bringt man einem Roboter bei, auf unberechenbare Angriffe zu reagieren? Wie balanciert man nach einem Treffer? Das sind Forschungsfragen, die sich in keiner Fabrikhalle so gut testen lassen wie in einem Ring.
Ob sich URKL langfristig als Zuschauersport etabliert, ist eine andere Frage. Die BattleBots-Shows haben gezeigt, dass Roboterkämpfe ein Publikum finden können. Aber der Sprung von ferngesteuerten Kampfmaschinen zu autonomen Humanoiden ist gewaltig. Wenn die T800s tatsächlich selbständig kämpfen und nicht nur vorprogrammierte Sequenzen abspulen, wäre das ein echtes Spektakel.
