In China kann man sich seit Ende 2025 Humanoide für Hochzeiten, Messen und Geburtstagsfeiern mieten. Was nach Gimmick klingt, entwickelt sich zu einem ernsthaften Markt: Von einer Milliarde Yuan Volumen in 2025 soll der Roboter-Vermietungsmarkt 2026 auf mindestens 10 Milliarden Yuan wachsen – umgerechnet rund 1,4 Milliarden Dollar.
Botshare als zentrale Plattform
Die treibende Kraft heißt Botshare. Im Dezember 2025 gestartet, ist es Chinas erste offene Roboter-Vermietungsplattform. Hinter Botshare stehen Embodied-Intelligence-Unternehmen wie AgiBot. Das Geschäftsmodell ist „Robot-as-a-Service”: Kunden buchen Roboter für bestimmte Szenarien, Botshare vermittelt die passende Hardware und den Service-Partner.
Die Plattform bietet standardisierte Buchungen für über zehn Einsatzszenarien an, von Hochzeiten über Ausstellungen bis zu Corporate Events. Zum Launch gab es Promotions ab 1 Yuan pro Buchung. Bis Ende 2026 will Botshare in über 200 Städten verfügbar sein, mit mehr als zehn Roboterherstellern und 200 Servicepartnern.
Vom Gimmick zum Service
Der Markt hat sich schnell über den Neuheitseffekt hinausentwickelt. Anfangs wurden Humanoide vor allem für virale Social-Media-Momente gebucht – ein Roboter der Eheringe übergibt, ein anderer der auf der Straße tanzt. Inzwischen gibt es zunehmend wiederkehrende Buchungen für konkrete Aufgaben: Empfang bei Events, Gästeführungen, interaktive Produktpräsentationen.
Die Mietpreise sind gesunken, was die Nachfrage weiter antreibt. Ein Humanoid, der in der Anschaffung mehrere zehntausend Dollar kostet, wird für einen Tag erschwinglich. Dazu kommt, dass die chinesische Regierung die Robotikindustrie aktiv fördert und als strategisch wichtig einstuft.
XONOID Fazit
Robot-as-a-Service ist ein Konzept, das in der Industrie seit Jahren diskutiert wird. Dass es zuerst im Consumer- und Event-Bereich Traktion findet, überrascht mich nicht. Die Einstiegshürde ist niedrig, der Wow-Faktor hoch, und der Kunde braucht keinen technischen Support über den Mietag hinaus.
Die Frage ist, ob Botshare über den Event-Markt hinauswachsen kann. 10 Milliarden Yuan klingt nach viel, aber aufgeteilt auf Hunderttausende Einzelbuchungen sind die Margen dünn. Spannend wird es, wenn Vermietung in den gewerblichen Dauereinsatz übergeht, etwa Roboter, die wochenweise für Lagerhäuser oder Gastronomie gebucht werden.
Für die Hersteller ist das Modell trotzdem attraktiv. Jede Miete generiert Betriebsdaten, mit denen die KI trainiert werden kann. Die Roboter sammeln in Hotels, auf Messen und bei Hochzeiten Erfahrungen mit realen Nutzerinteraktionen. Das ist Trainingsdaten-Gold, das kein Simulationslabor liefern kann.
Quelle
Bild: Agibot.com
