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    Industrie Roboter

    Boston Dynamics und Google DeepMind arbeiten wieder zusammen

    Steffen WansorSteffen WansorJanuar 6, 20264 Minuten Lesezeit
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    Auf der CES 2026 hat Boston Dynamics zwei Ankündigungen gemacht, die größer sind als jedes Tanzvideo. Zum einen eine Partnerschaft mit Google DeepMind für die KI-Entwicklung von Atlas. Zweitens eine neue, produktionsreife Version des Humanoiden mit konkreten Specs und einer Roadmap bis 2030.

    Zehn Jahre später, wieder vereint

    Google hat Boston Dynamics 2013 gekauft und 2017 an SoftBank verkauft. Seitdem gehört die Firma zu Hyundai. Jetzt arbeiten Google und Boston Dynamics wieder zusammen, diesmal über DeepMind.

    Die Partnerschaft bringt Gemini Robotics Foundation Models auf Atlas. Der Roboter soll nicht mehr auf vorprogrammierte Abläufe angewiesen sein, sondern durch KI lernen, sich an unterschiedliche Aufgaben und Umgebungen anzupassen. Carolina Parada, Head of Robotics bei Google DeepMind, sagte auf der CES, dass die Branche gerade erst anfängt zu verstehen, was mit KI möglich ist. Was ein Mensch durch Teleoperation konsistent demonstrieren kann, kann ein Roboter lernen.

    Interessantes Personaldetail: Aaron Saunders, über 20 Jahre bei Boston Dynamics und bis November 2025 CTO, ist jetzt VP of Robotics Hardware Engineering bei Google DeepMind. Die Verbindung ist also nicht nur strategisch, sondern auch personell.

    Der neue Atlas

    Auf der CES stand zum ersten Mal ein Atlas öffentlich auf der Bühne. Zuerst der elektrische Prototyp von 2024, teleoperiert, mit einfachen Bewegungen. Danach wurde hinter einem Vorhang die neue Produktionsversion enthüllt.

    Alter Atlas vs neuer Atlas – via HumanoidHub auf X

    Die Specs sind beeindruckend: 1,88 Meter groß, 2,28 Meter Reichweite, 56 Freiheitsgrade, 50 Kilogramm Hebekapazität. Die Gelenke können sich vollständig rotieren. Die neue Hand hat vier Finger statt der bisherigen Drei-Finger-Konstruktion. Der Akku hält vier Stunden, und Atlas kann Batterien autonom wechseln. Schutzklasse IP67.

    Boston Dynamics betont die Servicefreundlichkeit. Jede Gliedmaße lässt sich in unter fünf Minuten austauschen. Die Anzahl einzigartiger Teile wurde reduziert, alle Komponenten sind mit Automotive-Lieferketten kompatibel. Hyundais Skalenvorteile sollen hier greifen.

    Roadmap bis 2030

    Alle Atlas-Einheiten für 2026 sind bereits vergeben, an das neue Robot Metaplant Application Center (RMAC) und an Google DeepMind. Weitere Kunden folgen 2027.

    Hyundai plant, bis 2028 jährlich 30.000 Humanoide zu produzieren. Im selben Jahr soll Atlas High-Precision Sequencing in Fabriken übernehmen. Komplexe Montageaufgaben sind für 2030 geplant. Das RMAC öffnet 2026 und wird mit Daten aus Hyundai-Fabriken weltweit gefüttert. Es ist eine kontrollierte Trainingsumgebung, in der Atlas an komplexen Aufgaben lernen kann.

    Business-Zahlen

    Boston Dynamics hat 2025 über 500 Roboter ausgeliefert und etwa 130 Millionen Dollar Umsatz gemacht. Die Zahl umfasst Spot-Quadrupeds und das Stretch-System für LKW-Entladung.

    CEO Robert Playter sagt, dass die Erfahrung mit der Skalierung von Spot wichtige Lektionen für Humanoide liefert. Boston Dynamics hat Teams für Integration, Service und Reparatur. Die meisten Wettbewerber würden Roboter als Plattformen verkaufen und hoffen, dass jemand anders die Anwendungen löst.

    Keine Heimroboter

    Playter hat auf der CES klar Position bezogen. Einige Unternehmen wollen Humanoide zuerst in Haushalten einsetzen. Boston Dynamics hält das für die falsche Strategie.

    Die Gründe sind zu hohe Kosten, zu geringe Fähigkeiten und fehlende Sicherheitsstandards. Playter sagt, dass er sich darauf freut, in 20 Jahren von einem Roboter aus dem Bett gehoben zu werden. Aber jetzt sei nicht die Zeit dafür.

    Meine Einschätzung

    Die DeepMind-Partnerschaft ist das eigentlich Wichtige an dieser Ankündigung. Hardware kann Boston Dynamics aber was gefehlt hat, ist eine KI, die flexibel genug ist, um Atlas außerhalb eng kontrollierter Szenarien einzusetzen. Genau das verspricht Gemini Robotics.

    Dass Aaron Saunders jetzt bei DeepMind arbeitet, zeigt, wie eng die Beziehung ist. Das ist keine oberflächliche Kooperation, sondern ein Zusammenschluss von Expertise. Die Produktionsversion von Atlas sieht aus wie ein Gerät, das tatsächlich in Fabriken bestehen könnte. Servicefreundlichkeit, Batteriewechsel und Automotive-Kompatibilität sind die Details, die für industriellen Einsatz entscheiden.

    LG und andere zeigen Heimroboter-Konzepte. Boston Dynamics verzichtet bewusst zunächst auf Haushaltsroboter. Die Ehrlichkeit ist selten in einer Branche die von Visionen lebt. 30.000 Humanoide pro Jahr ab 2028 ist eine ambitionierte Zahl. Ob Hyundai sie erreicht, hängt davon ab, wie schnell die Nachfrage aus der Industrie wächst. Aber die Infrastruktur wird offensichtlich aufgebaut.

    Quelle
    Hyundai, TheRobotReport

    Aaron Saunders Atlas Boston Dynamics CES 2026 Gemini Robotics Google DeepMind Humanoid Hyundai RMAC Robert Playter
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    Steffen Wansor

      Sci-Fi hat mich früh geprägt. Nicht als Spektakel, sondern als Idee vom Alltag mit Maschinen. Auf XONOID schreibe ich über Heimroboter, KI und die leise Zukunft dazwischen.

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