Wenn Boston Dynamics auf einer Messe auftaucht, sind die Erwartungen riesig. Auf der CES 2026 haben sie geliefert, und zwar doppelt. Zum einen gab es den begehrten “Best Robot of CES 2026” Award von CNET, zum anderen eine Demonstration, die beweist: Auch Roboter sind nur Menschen (oder zumindest fast).
Der Award: Verdienter Hype?
Dass der neue Atlas den “Best Robot” Award der CNET Group (zu der auch ZDNET und Mashable gehören) abgeräumt hat, überrascht kaum. Die Abkehr von der Hydraulik hin zu vollelektrischen Aktuatoren ist der Schritt, den die Industrie brauchte.
Der “alte” hydraulische Atlas war ein YouTube-Star, aber zu laut, zu teuer und zu wartungsintensiv für eine echte Fabrikhalle. Der neue Atlas ist leiser, stärker und – wie Hyundai bestätigt hat – bereit für den echten Job. Ab diesem Jahr soll er in Hyundais “Metaplant” in Georgia arbeiten. Das ist keine Zukunftsmusik mehr, das ist der Startschuss.
Der Backflip: Agilität mit kleinen Fehlern
Natürlich konnte es sich Boston Dynamics nicht verkneifen. Um zu zeigen, dass “elektrisch” nicht “weniger dynamisch” bedeutet, hat der neue Atlas einen Backflip hingelegt.
Das Spannende daran war aber nicht der Sprung selbst, sondern die Landung. Ein Video von der Messe zeigt, wie der Atlas bei der Landung das Gleichgewicht verliert, stolpert und dabei sogar eine Abdeckung an der Hand verliert.
1. Die Recovery: Trotz des Stolperns hat sich der Roboter dank seiner 56 Freiheitsgrade (DoF) sofort wieder gefangen. Er ist nicht wie ein nasser Sack umgefallen, sondern hat korrigiert. Das ist “Physical Intelligence” in Aktion.
2. Die Realität: Es ist eine Erinnerung daran, dass diese Maschinen hochkomplex sind. Ein Backflip ist für einen 1,50m großen, 85kg schweren Metallkollegen kein Spaziergang.
XONOID Fazit
Der Award ist gerechtfertigt, weil Boston Dynamics den Übergang vom Forschungsprojekt zum Produkt geschafft hat. Die Integration mit Google DeepMinds Gemini AI für bessere Wahrnehmung und Planung macht das Paket komplett.
Der leicht verpatzte Backflip macht den Atlas für mich fast sympathischer. Er ist nicht mehr das unfehlbare CGI-Monster aus den perfekten Promo-Videos. Er ist ein Werkzeug, das in der echten Welt funktionieren muss …und dort läuft eben nicht immer alles glatt.
Quelle
