Apptronik hat gestern eine Erweiterung seiner Series A über 520 Millionen Dollar bekannt gegeben. Damit steigt die Gesamtsumme dieser Runde auf über 935 Millionen, und das seit 2016 eingesammelte Kapital nähert sich der Milliarden-Grenze. Die Bewertung hat sich gegenüber der ursprünglichen Series A verdreifacht und liegt jetzt bei rund 5,5 Milliarden Dollar.
Wer investiert
Die bestehenden Investoren Google, Mercedes-Benz, B Capital und PEAK6 haben ihre Positionen ausgebaut. Neu hinzugekommen sind AT&T Ventures, John Deere und die Qatar Investment Authority.
Die neuen Namen sind aufschlussreich. John Deere ist der größte Landmaschinenhersteller der Welt und hat eigene Ambitionen in der Automatisierung. AT&T bringt Telekommunikations-Infrastruktur mit, was auf ferngesteuerte Einsatzszenarien hindeuten könnte. Und mit der Qatar Investment Authority sitzt ein Staatsfonds am Tisch, der langfristig denkt und selten auf kurzfristigen Return optimiert.
Was Apptronik mit dem Geld vorhat
Das Kapital soll in die Skalierung der Apollo-Produktion fließen und in den Ausbau des globalen Netzwerks von kommerziellen und Pilot-Deployments. Dazu kommen neue Einrichtungen für Robotertraining und Datensammlung. Außerdem hat Apptronik angekündigt, noch 2026 ein neues Robotermodell vorzustellen.
Apollo selbst ist ein 1,73 Meter großer, 72 Kilogramm schwerer Humanoid, der bis zu 25 Kilogramm heben kann und vier Stunden mit einem Wechselakku durchhält. Der Fokus liegt klar auf industriellen Anwendungen: Material Transport, Sortierung und Kitting in Fabriken und Lagerhäusern.
Google DeepMind als Technologiepartner
Besonders relevant ist die Partnerschaft mit Google DeepMind, die parallel zur Finanzierung vertieft wird. DeepMind soll die nächste Generation von Apollo mit Gemini Robotics antreiben. Das bedeutet konkret: Googles multimodale KI-Modelle werden in die Steuerung des Roboters integriert.
Für Apptronik ist das ein wichtiger strategischer Zug. Eigene KI-Kapazitäten auf dem Niveau von DeepMind aufzubauen, wäre für ein Hardware-Startup kaum realistisch. Durch die Partnerschaft bekommt Apollo Zugang zu Modellen, die sonst nur den Tech-Giganten vorbehalten wären.
Einordnung im Markt
Die Runde positioniert Apptronik in der obersten Liga der Humanoid-Startups, neben Figure AI und UBTech. Figure AI hatte im September 2025 über eine Milliarde in seiner Series C eingesammelt. Insgesamt flossen 2025 rund 6,1 Milliarden Dollar in humanoide Robotik, ein Anstieg von über 300 Prozent gegenüber 2024.
Apptroniks Vorteil gegenüber vielen Wettbewerbern: Sie waren schon vor dem aktuellen Hype da. Das Unternehmen wurde 2016 gegründet und hat Jahre an Grundlagenarbeit in Aktuatortechnik investiert, bevor der Markt explodiert ist. Das merkt man an den Specs von Apollo – die elektrischen Linearaktuatoren sind Eigenentwicklungen, nicht zugekaufte Standardkomponenten.
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