Xiaomi steigt bei Xynova ein: Roboterhände für die Fabrik der Zukunft
Xiaomis Venture-Capital-Tochter Hanxing hat sich an der Hangzhouer Firma Xynova Technology beteiligt. Xynova entwickelt hochpräzise Roboterhände, Planetenrollengewindespindeln und Gelenkmodule – Kernkomponenten für humanoide Roboter. Der genaue Umfang der Beteiligung wurde nicht kommuniziert.
Was Xynova baut
Das Kernstück ist die Xynova Flex 1, eine sehnengetriebene Roboterhand mit 25 Freiheitsgraden. Sie wiegt 380 Gramm und kann trotzdem über 30 Kilogramm heben. Pro Finger liefert sie mehr als 20 Newton Fingerspitzenkraft, und eine volle Öffnungs-Schließ-Bewegung dauert 0,6 Sekunden.
Neben den Händen produziert Xynova auch Mikrolinearantriebe und kompakte Gelenkmodule mit hoher Drehmomentdichte. Es sind genau die Komponenten, an denen viele Humanoid-Programme scheitern: präzise, robuste Aktuatorik in einem Formfaktor, der in einen menschenähnlichen Körper passt.
Warum Xiaomi das braucht
Xiaomi hat 2022 seinen CyberOne vorgestellt und seitdem relativ wenig über den Fortschritt kommuniziert. Aber der Plan ist klar: CEO Lei Jun will innerhalb der nächsten fünf Jahre Humanoide in Xiaomis eigene Fabriken bringen. Repetitive Aufgaben an den Montagelinien sollen automatisiert werden.
Dafür braucht Xiaomi Hände, die tatsächlich greifen können. Nicht die symbolischen Greifer, die viele Prototypen zeigen, sondern industrietaugliche Manipulatoren, die präzise genug für Elektronik-Montage sind und robust genug für den Dauerbetrieb. Die Xynova Flex 1 scheint diesem Profil nahezukommen.
XONOID Fazit
Die Beteiligung an Xynova ist kein glamouröser Move, aber ein strategisch sinnvoller. Der Flaschenhals bei humanoiden Robotern liegt selten an der KI oder der Software. Er liegt an den Händen. Wer Objekte mit verschiedenen Formen, Gewichten und Oberflächenstrukturen zuverlässig greifen will, braucht Aktuatortechnik auf einem Level, das die meisten Startups nicht im Haus haben.
Xiaomi sichert sich mit Xynova Zugang zu genau dieser Expertise. Das erinnert an Teslas Strategie, möglichst viele Komponenten der Wertschöpfungskette zu kontrollieren. Ob Xiaomi damit schneller zur funktionierenden Fabrikautomatisierung kommt als die Konkurrenz, wird sich zeigen. Aber die Richtung stimmt.
Was mir auffällt: 30 Kilogramm Hebekraft bei 380 Gramm Eigengewicht ist ein beeindruckendes Verhältnis. Wenn die Zuverlässigkeit über tausende Zyklen hält, wäre die Flex 1 eine der interessanteren Roboterhände auf dem Markt.
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