Tesla bereitet die offizielle Vorstellung seines Optimus V3 vor. Die Enthüllung wird für Februar oder März 2026 erwartet. Elon Musk verspricht einen Roboter, der “so real ist, dass man ihn anfassen muss, um zu glauben, dass es ein Roboter ist”. Tech-Investor Jason Calacanis, der den V3 gemeinsam mit Musk gesehen hat, geht noch weiter: “Niemand wird sich daran erinnern, dass Tesla jemals Autos gebaut hat. Man wird sich nur noch an Optimus erinnern.” Die Pilotproduktion läuft bereits in Fremont.
Was wir über den V3 wissen
Der Sprung von V2 auf V3 ist kein kleines Update. Tesla hat die Hände komplett überarbeitet. 22 aktive Freiheitsgrade pro Hand, dazu 3 in Handgelenk und Unterarm, macht insgesamt 25 DoF. Das ist mehr als doppelt so viel wie beim Vorgänger mit seinen 11 DoF. Die Motoren wurden in den Unterarm verlagert, was die Finger schlanker macht und die Wartung vereinfacht.
Das neue Handdesign soll adaptive Kraftkontrolle ermöglichen. Tesla demonstriert das gerne am Beispiel eines Eis: greifen, ohne zu zerbrechen. Für Menschen kein Problem, für Roboter eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt. Die menschliche Hand ist ein Wunderwerk der Evolution, das zu replizieren jahrzehntelange Forschung erfordert hat.
Die KI dahinter
Optimus V3 baut auf Teslas FSD-Architektur auf, nutzt aber ein eigenes Neural Network für Wahrnehmung, Planung und Steuerung. Neu ist die mögliche Integration von Grok 5. xAI, Musks separates KI-Unternehmen, soll laut Berichten die Sprach- und Reasoning-Fähigkeiten beisteuern. Damit stellt sich eine interessante Frage: Wem gehört die KI im Roboter? Investoren sind besorgt über potenzielle Interessenkonflikte zwischen Tesla und xAI.
Der V3 soll bis zu 3.000 verschiedene Aufgaben beherrschen. Musk spricht von einem Produktivitätsvorteil “fünfmal höher als ein menschlicher Arbeiter“. Klingt nach Marketing, aber selbst wenn Optimus nur halb so gut wird wie versprochen, wäre das ein Gamechanger.
Produktionsziele: Von ambitioniert bis größenwahnsinnig
Tesla hat sich für Ende 2026 ein Ziel gesetzt: eine Million Einheiten jährlich. Die Pilotproduktion läuft in Fremont, während in der Gigafactory Texas bereits eine neue Fertigungslinie entsteht. Diese soll ab 2027 bis zu 10 Millionen Roboter pro Jahr produzieren können.
Zum Vergleich: AGIBOT, aktuell der volumenstärkste Humanoid-Hersteller weltweit, hat 2025 etwa 5.000 Einheiten ausgeliefert. UBTECH plant 10.000 für 2026. Tesla will im selben Jahr mindestens 50.000 bis 100.000 Optimus produzieren.
Investoren sehen Tesla als Robotik-Firma
Musk selbst hat Optimus als künftigen Werttreiber positioniert. 80 Prozent des Unternehmenswerts könnten langfristig auf den Humanoiden entfallen, sagte er im September 2025. Im All-In Podcast vom Januar 2026 formuliert Calacanis das noch drastischer: “Das wird das revolutionärste Technologieprodukt der Menschheitsgeschichte.“
Preis und Positionierung
Musk hält an seinem Zielpreis von 20.000 bis 30.000 Dollar fest. Das wäre konkurrenzfähig mit einem gut ausgestatteten Auto. Und genau so sieht Tesla den Markt. Der Roboter soll zuerst in eigenen Fabriken arbeiten, dann bei Partnern wie BMW, und irgendwann in den Haushalt.
Die Haushaltsvision ist dabei der eigentliche Jackpot. Wäsche falten, Geschirr spülen, Einkäufe tragen. Musk sieht Optimus langfristig als Helfer für eine alternde Gesellschaft.
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