Fourier hat auf der CES 2026 einen anderen Ansatz gewählt. Während Unitree Boxkämpfe demonstriert und Boston Dynamics mit Industrie-Specs glänzt, lädt der GR-3 Besucher zu einer Partie Tic-Tac-Toe ein.
Der GR-3 ist Fouriers Antwort auf eine einfache Frage: Was wenn ein Humanoid nicht stark sein muss, sondern einfühlsam?
Das chinesische Unternehmen positioniert den GR-3 als Care-bot. Offiziell vorgestellt wurde er im August 2025 in Peking, die CES 2026 ist jedoch sein US-Debüt. Anders als die meisten Humanoiden auf der Messe geht es hier nicht um Tragkraft oder Arbeitsgeschwindigkeit sondern um Interaktion.
Zwei Varianten: Meow-bot und Cosmo
Die GR-3 Serie umfasst zwei Modelle. Der GR-3 “Meow-bot” ist der Care-bot für Wellness und Begleitung, mit weicher Oberfläche aus Alcantara, dem Premium-Polstermaterial aus der Automobilindustrie. Der GR-3C “Cosmo” ist die robustere Variante mit LED-Ring-Kopf und verstärkter Schale, ausgelegt auf Assistenz in anspruchsvolleren Umgebungen. Das ganz in Weiß gehaltene Design erinnert bewusst an einen Astronauten.

Die Specs
Mit 165 cm und 71 kg ist der GR-3 etwas kleiner als viele Konkurrenten, aber das ist Absicht. Die Proportionen sollen zugänglich wirken, nicht einschüchternd.
Der Roboter hat 55 Freiheitsgrade, davon 12 allein in den Händen. Die Armreichweite kommt auf 1,4 Meter, mit ausgestreckter Hand sogar 1,8 Meter. Die Arme können jeweils 3 kg tragen, was für einen Care-Bot völlig ausreicht, für schwere Industriearbeit natürlich nicht. Die Höchstleistung der Aktuatoren liegt bei 440 Nm Drehmoment, die Laufgeschwindigkeit laut Angaben über 6 km/h. Die Haut ist weich, mit 31 verteilten Drucksensoren, die Berührungen registrieren und darauf reagieren können.

Die Tic-Tac-Toe Demo
Auf der CES gab es eine eigene Game Zone, in der Besucher gegen den GR-3 antreten konnten. Das klingt erstmal simpel, zeigt aber einige wichtige Skills gleichzeitig. Der Roboter erkennt das Spielfeld, überlegt sich Züge und reagiert mit Mimik, Sprache und Bewegung in Echtzeit.

Zusätzlich gab es Tanz-Vorführungen über den Tag verteilt. Der GR-3 bewegt sich fließend, was bei 55 Freiheitsgraden keine Überraschung ist. Aber es unterstreicht den Fokus auf Anmut statt Athletik.

Fourier sieht den GR-3 in der Altenpflege. Ein Roboter, der Gesellschaft leistet, an Medikamente erinnert oder eine einfache Unterhaltung bietet. Die weiche Haut und das freundliche Gesicht sind bewusste Design-Entscheidungen, um Vertrauen zu schaffen.
Haushalt? Ja, aber anders
Die Marketingbilder aus dem Beitragsbild zeigen den GR-3 im Wohnzimmer, am Esstisch, an der Waschmachine und auf dem Spielplatz. Fourier zielt also durchaus auf private Umgebungen, identifiziert sich vielleicht aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht explizit als klassichen Haushaltsroboter. Der GR-3 soll Gesellschaft leisten, mit Kindern spielen, ältere Menschen begleiten und positioniert sich damit eher als Companion.
Preis und Verfügbarkeit
Fourier hat keinen Preis für den GR-3 genannt. Die Vorgänger-Modelle der GR-Serie kosteten über 100.000 Dollar. Für den Consumer-Markt ist das zu viel, für professionelle Pflegeeinrichtungen könnte es tragbar sein.
Fourier zeigte auf der CES auch einen Konzept-Prototyp für eine puppengroße Version des GR-3. Ein Companion-Robot im Mini-Format, noch in früher Entwicklung.
XONOID-Fazit
Der GR-3 macht etwas richtig, was viele Humanoid-Hersteller ignorieren. Er stellt die Frage, wofür der Roboter für die Menschen eigentlich da ist. Nicht jeder Humanoid muss Kisten von A nach B schleppen oder Backflips machen. In einer alternden Gesellschaft gibt es einen echten Bedarf an Begleitung. Ob ein Roboter diese Lücke füllen kann, wird die Zukunft zeigen. Aber Fourier versucht es jedenfalls und eine Partie Tic-Tac-Toe ist ein, wie ich finde, charmanter Einstieg.
Quellen
