UniX AI bringt zur CES 2026 gleich zwei Humanoide nach Las Vegas. Wanda 2.0 und Wanda 3.0 sollen dort zeigen, was Haushalts- und Service-Robotik heute leisten kann.
Drei Szenarien werden live auf der CES demonstriert
Im ersten Szenario geht es um die Königsdisziplin, die Anpassung in einem echten Haushalt. Der Roboter beobachtet, wie eine Familie ihren Alltag organisiert, lernt Abläufe und Routinen und übernimmt anschließend wiederkehrende Aufgaben wie Tee kochen, Geschirr spülen oder das Sortieren von Kleidung. Der entscheidende Punkt ist nicht die Aufgabe selbst, sondern der Lernprozess dahinter. UniX AI verspricht, dass nicht jede Küche neu programmiert werden muss, denn der Roboter schaut zu, imitiert und passt sich an.
In der Cocktail-Bar können Besucher Getränke per App bestellen und zusehen, wie Wanda sie in Echtzeit zubereitet. Der Roboter steht hinter der Theke, erkennt Gläser und Behälter, dosiert Zutaten und schenkt ein. Kein vorprogrammierter Ablauf, sondern eine Live-Bestellung mit echtem Output.
Das dritte Szenario simuliert einen Hotelbetrieb. Hohe Frequenz, aber aufgrund strukturierterer Abläufe nicht ganz so komplex wie ein individueller Haushalt. Hier werden Oberflächen gereinigt, Betten gemacht, Hygieneartikel aufgefüllt und Müll sortiert. Damit zeigt Wanda keine Intelligenz im sozialen Sinn, sondern Zuverlässigkeit.
Die Architektur dahinter
UniX AI beschreibt sein System als modular aufgebaut. Drei Komponenten stehen im Zentrum:
- UniFlex für Lernen durch Nachahmung
- UniTouch für taktile Wahrnehmung
- UniCortex für Aufgabenplanung und Ablaufsteuerung
Ohne diese Aufteilung funktioniert kein Humanoid außerhalb kontrollierter Demos. Besonders bei realen Haus – und Service-Bedingungen, wo Objekte variieren, Abläufe sich ändern und Fehler sofort auffallen.
Wie schon erwähnt behauptet UniX AI, dass neue Aufgaben nicht jedes Mal komplett neu programmiert werden müssen, sondern über bestehende Module adaptiert werden können. Ob das in der Praxis hält, was es verspricht und wie das ganze in den Demo-Szenarien aussieht, werden wir auf der CES beobachten können.
Ein klares Branchen-Statement
Fengyu Yang, Gründer und CEO von UniX AI, formuliert den Anspruch deutlich:
The embodied AI industry is moving from the demonstration stage toward the validation and scale-up stage.
Das ist mehr als ein PR-Satz. Es ist eine Abgrenzung und ein Weg von isolierten Vorführungen, hin zu Validierung im Alltag. UniX AI positioniert sich damit klar auf der Seite jener Firmen, die behaupten, bereits produktionsreif zu sein.
UniX AI behauptet weiter, seit 2025 in der Massenproduktion zu sein und nennt eine Lieferkapazität von 100 Einheiten pro Monat.
Meine Einschätzung
UniX AI zielt nicht nur auf Service oder Haushalt, sondern auf die Schnittstelle dazwischen. Hotels, Gastronomie und private Haushalte unterscheiden sich in ihren Anforderungen, teilen aber ein zentrales Problem: Aufgaben sind alltäglich, kontextabhängig und selten exakt gleich.
Wenn Wanda im Haushalt lernt, Routinen zu verstehen, und im Hotel zuverlässig Prozesse abarbeitet, dann zeigt UniX AI zwei Seiten derselben Medaille. Anpassung dort, wo Menschen leben. Stabilität dort, wo Systeme laufen müssen.
Ob das reicht, um Humanoide dauerhaft in reale Umgebungen zu bringen, entscheidet sich nicht auf der CES-Bühne, sondern Wochen und Monate danach. Aber UniX AI zeigt zumindest etwas, das für die Zukunft von humanoiden Begleitern Gold wert ist.
Quelle
PR Newswire: UniX AI to Bring Delivered Full-Size Humanoid Robot Wanda 2.0 to CES 2026