XPeng kennt man eigentlich von Elektroautos. Jetzt bauen sie Roboter.
Im Dezember 2025 hat der chinesische Hersteller seinen humanoiden Roboter IRON vorgestellt. Auf den ersten Blick wirkt er erstaunlich menschlich. Haltung, Proportionen, Präsenz. Weniger Maschine, mehr Figur.
Was XPeng zeigt
XPeng spricht viel über Haltung. Über „lifelike posture“ und eine neue Antriebstechnologie. In den Bildern steht IRON aufrecht und irgendwie auch ziemlich entspannt. Keine übertriebenen Posen, kein Robo-Showdown. Das wirkt bewusst gesetzt. Optik zuerst, Technik später.
Leider bleiben technische Details vage. Keine klaren Angaben zu Freiheitsgraden, Traglast, Laufgeschwindigkeit oder Autonomie. Statt Datenblättern gibt es Renderings und Marketingbegriffe.
Das kann zwei Dinge bedeuten. Entweder ist man noch nicht so weit. Oder man will erst Aufmerksamkeit erzeugen, bevor man sich festlegt.
Warum XPeng als Autohersteller überhaupt Roboter baut
Die Antwort ist dieselbe wie bei Tesla. Die technologische Schnittmenge ist groß. Sensorik, KI, Computer Vision, Rechenhardware. Wer autonom fahren kann, kann theoretisch auch autonom greifen und laufen.
Tesla baut Optimus. XPeng baut IRON.
Autos und Roboter wachsen gerade logisch zusammen. Nicht aus Vision, sondern aus Effizienzgründen. Gleiche Teams, gleiche Chips, gleiche Modelle.
China beschleunigt weiter
IRON steht nicht allein.
China produziert gerade Humanoiden im Akkord. Nicht als Forschung, sondern als Industrieprojekt. Die chinesische Regierung fördert Humanoid-Robotik gezielt. Als strategische Industrie, mit klarer Ansage: Schneller, günstiger, skalierbar.
Was IRON für den Markt bedeutet
Noch ein Player = Noch mehr Druck.
Wenn chinesische Hersteller Humanoiden für unter 10.000 Dollar bauen können, geraten westliche Anbieter zwangsläufig unter Zugzwang. Das kann Innovation beschleunigen oder Qualität verwässern.
Günstig und gut ist möglich. Günstig und OK auch. Beides hat man in anderen Tech-Zyklen gesehen.
Meine Einschätzung
IRON ist aktuell mehr Versprechen als Produkt. Die Bilder sehen zu gut aus um sie zu ignorieren. Aber ohne echte Demos, ohne Specs, ohne belastbare Aussagen bleibt das Ganze für mich schwer greifbar.
Was mich interessiert, ist nicht die Haltung sondern die Software. Kann XPeng das, was sie im Automotive gelernt haben, auf Robotik übertragen? Haben sie ein eigenes KI-Stack oder kaufen sie zu?
IRON wirkt wie ein ernst gemeinter Einstieg. Aber noch nicht wie etwas, das man bewerten kann.
Ich warte auf Videos, bei denen nichts geschnitten ist. Und auf “ungeschminkte” Daten. Bis dahin bleibt IRON ein gut aussehendes Fragezeichen.
Quellen
