1X hat seine NEO Factory in Hayward, Kalifornien, offiziell in Betrieb genommen. 58.000 Quadratfuß, mehr als 200 Mitarbeiter, vertikal integrierte Fertigung und eine Kapazität von 10.000 NEO-Robotern pro Jahr. Bis Ende 2027 sollen es über 100.000 Einheiten jährlich werden.
Bei Heimrobotern sind solche Zahlen selten. Normalerweise bekommen wir Demos in Küchen, gerenderte Zukunftsbilder oder Vorbestellungsseiten mit sehr viel Geduld im Kleingedruckten. Hier steht zum ersten Mal eine konkrete Fabrik im Bild.
1X baut in Hayward nicht nur Endmontage. Laut eigener Darstellung entstehen zentrale Komponenten im Haus: Motoren, Batterien, Strukturen, Transmissionen, Soft Goods, Sensoren. Von Metallbearbeitung bis automatisierter Motorfertigung will 1X möglichst viel selbst kontrollieren. Das ist nicht romantisch. Es ist aber genau der Teil, an dem sich entscheidet, ob aus einem hübschen Heimroboter ein Produkt wird, das man wirklich ausliefern kann.
Die Konkurrenz macht das anders. Viele Humanoid-Startups hängen stark an Zulieferern aus China, Taiwan oder spezialisierten Aktuator-Herstellern. Das kann schneller sein, solange die Stückzahlen klein bleiben. Bei 10.000 Einheiten pro Jahr wird es unangenehmer. Dann zählen Toleranzen, Ersatzteile, Qualitätssicherung, Lieferzeiten und die Frage, ob eine kleine Änderung an der Hand sechs Wochen oder sechs Monate dauert.
Das neue Video aus der Fabrik ist natürlich geschickt inszeniert. NEO-Roboter tragen Teile, sortieren Komponenten und helfen scheinbar beim Bau ihrer eigenen Artgenossen. Ein bisschen Sci-Fi liegt da auf dem Tisch. Ich musste sofort an die Szene denken, in der man merkt, dass die Maschinen nicht mehr nur Maschinen bauen, sondern die Geschichte plötzlich eine eigene Richtung bekommt.
Der nüchterne Teil ist trotzdem wichtiger. Die Roboter scheinen keine CNC-Maschinen allein zu bedienen und keine komplette Linie autonom zu fahren. Sie machen leichte, repetitive Aufgaben neben Menschen. Genau so sollte es wahrscheinlich anfangen. Kein großer Sprung in die vollautomatische Roboterfabrik, sondern kleine Tätigkeiten, die Daten liefern und nebenbei Arbeit wegnehmen.
1X sagt, die erste Jahreskapazität sei bereits ausverkauft. Das passt zu den früheren NEO-Vorbestellungen und zu dem Preis von 20.000 Dollar beziehungsweise Abo-Modellen, die den Einstieg weniger absurd wirken lassen sollen. Erste Kundenauslieferungen sind weiterhin für 2026 geplant. Aktuell gehen Roboter von der Linie zuerst an das interne Team, in Forschungslabore und in Home Testing.
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